RGB Saisonfinale:     Rennbericht # 2

Rennbericht von Max-Gerrit Westhoff (# 82, Lotus Elan 26R)

 

zum Saisonfinale RGB am 10./11. Oktober 2009 auf dem Nürburgring

 

Das Saisonfinale auf der Nürburgring Grandprixstrecke, kurz nach dem Eifelrennen

auf der Nordschleife:  Sind alle Autos heil geblieben, wird das typische Eifelwetter  - es ist ja schon Mitte Oktober – wieder alle Planungen und Vorbereitungen über den Haufen werfen ?
Viele Gedanken gehen mir bei der freitagabendlichen Fahrt zum Fahrerlager durch den Kopf.

Für mich war es ein sehr spezieller Tag:
Am frühen Morgen habe ich im Meilenwerk Düsseldorf den Trailer mit meinem neuen Renner beladen, habe von Wolfgang Löffelsender noch einige wertvolle Tipps erhalten und bin anschließend nach Köln. Dort den Lotus neu bereifen, anschließend noch etwas“ Kosmetik“ und dann ab zum Nürburgring.Dort abladen, den Elan in die Box schieben, noch ein kleines Schwätzchen mit dem ein oder anderen Kollegen aus der Competition,  ins Hotel fahren, Abendessen, noch ein, zwei Bier in der Hotelbar, ins Bett gehen.

In der Nacht werde ich wach von starkem Wind und Regenschauern. Das kann ja heiter werden…

 
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Am Samstag freies Training. Für mich das erste Mal am Steuer des“ Neuen“. Holla, der geht ja nicht schlecht ! Unbedingt auf den Drehzahlmesser achten, der Motor ist neu, nicht über 5500 U/min. drehen, aber trotzdem, ab 4500 U/min. merkt man was. Die Zeit im freien Training ist nicht aussagefähig, da sich einige Kandidaten doch deutlich zurückgehalten oder erst zum Schluss bei besseren Streckenbedingungen richtig angegast haben.
Anschließend beim Zeitencheck war ich doch sehr zufrieden mit meinen ersten Runden unter Rennbedingungen. Eine gute mittlere Zeit, und das mit dem Drehzahllimit. Nicht schlecht. Anschließend Inspektion in der Box, Ölwechsel, kleinere Dichtprobleme beheben, halt das übliche. Christof Atzenroth hat jedenfalls alle Hände voll zu tun..

Am Sonntag früh - mitten in der Nacht- das zweite Training und Qualifying. Die Strecke leicht feucht, aber für Eifelverhältnisse OK. Dann wollen wir mal!

Erste Erkenntnis: Meinen alten Triumph TR 3 fährt man mit Körpereinsatz, der „Traktor“ wollte geschmissen werden. Hier ist filigrane Feinarbeit mit Fingerspitzen angesagt. Sauber einlenken und das Auto im Drift durch Gas stabilisieren, am Kurvenausgang früh wieder volles Rohr. Geht gut, zumal ich jetzt 8000 U/min drehen darf. Die ersten Zeiten sind sensationell. Kurzzeitig Bestzeit, dann 3. und 4. Platz.

 
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Und dann…. Abflug ins Kiesbett, der Grenzbereich war halt doch zu schmal ;-)
Dadurch werde ich bis zum 7. Startplatz durchgereicht, zumal unsere Spezialisten in den letzten Runden die sich verbessernden Streckenbedingungen nutzen und ordentliche Zeiten vorlegen , Dennoch – 7. Startplatz in der 4. Reihe ist OK, zumal ich mir mit meinem Leichtgewicht eine bessere Beschleunigung und vor allem einen späteren Bremspunkt beim Einlenken in die Mercedes Arena ausrechne.

Gesagt, getan – fliegender Start, ich kann direkt 2 Kollegen aufschnupfen, sogar nach hartem Kampf meinen Klassenkollegen Ton Meijer, dessen MGA sensationell geht. Dennoch, es reicht. Auch Mario Neumann hat mich im Rückspiegel und ich schlüpfe nach hartem, aber fairem Kampf vorbei. Doch dann… der Regen erreicht den Ring ungefähr 15 min. zu früh ! Zunächst funktionieren meine Reifen noch gut, aber mit zunehmendem Regen immer schlechter. Es ist halt zu viel Wasser auf der Bahn. Dazu bin ich im Blindflug. Meine Scheiben beschlagen und ich stelle fest, dass ein Gebläse nicht im Kaufpreis enthalten war. Eine erste Verbesserungsmöglichkeit für die neue Saison !

Schlussendlich bin ich 7. im Gesamt und 2. in der Klasse, nicht schlecht für den Anfang. Gratulation allen Fahrern vor mir, besonders aber Ton Meijer für seine Wahnsinnsfahrt im Regen. Alle haben einen guten Job gemacht, speziell aber Hubertus, der von ganz hinten kommend das gesamte Feld aufgerollt hat und dem nur 0,2 sec zum Sieg fehlten. Chapeau !

Nach dem Rennen ist vor dem Rennen - also Fahrzeug und Fahrer trockenlegen, Auto durchsehen usw. Die Ölwanne ist undicht - abdichten, die Scheiben mit Antibeschlag versehen, die Lichtmaschine überprüfen, Christof Atzenroth hat wieder alle Hände voll zu tun. Dann das 2. Rennen. Aufruf zum Vorstart, schnell auf die letzte Minute mit allen technischen Vorbereitungen fertig werden, aus der Box herausfahren….. Hallo, was ist das? Ein großer LKW blockiert beide Boxentore. Ausfahrt unmöglich. Schimpfen, toben, den Fahrer suchen, LKW wegsetzen lassen, fluchen und den Fahrer zum Henker wünschen...aber die anderen sind schon unterwegs.

 
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So starte ich bei strömendem Regen 1. 36 min. nach dem Feld. Das wollen wir doch einmal sehen. In der 2. Runde hole ich 50 sec. auf das Feld, dann in der nächsten Runde 30 sec..Der Streckensprecher wird ganz unruhig, weil er ausnahmsweise mitbekommt, wie der Triumph TR 3 äh… der Lotus Elan mit der # 82 schnurstracks an das Feld heranfährt und dann anfängt, einen nach dem anderen aufzuarbeiten. To make a long story short: am Ende habe ich noch 9 Wettbewerber überholen können, 11. Platz im Gesamt und wieder 2. in der Klasse. Das war wie ein inneres  Betriebsfest. Tolles kleines Auto !
Allen Siegern gratulieren, trockenlegen, verpacken, aufladen und nach Hause fahren.
 Christof Atzenroth und ich hatten ein arbeitsreiches, spannendes und lehrreiches Wochenende. Die "to do" Liste für die nächste Saison hat schon einen ordentlichen Umfang angenommen. Wir wollen unser kleines Auto noch schneller, aber auf jeden Fall standfest machen und das strikt nach den Regeln des Anhang K der FIA.

Allen Kollegen und Freunden in der Triumph Competition & British GT wünsche ich nun eine beschauliche Zeit des Schraubens und Verbesserns. Vielleicht sehen wir uns ja noch alle zum offiziellen Saisonabschluss in Brüggen. Ich würde mich sowohl als Wettbewerber wie auch als Sponsor der Serie über eine rege Teilnahme freuen.

Mit triefenden Grüßen aus dem Ölsumpf

Euer Max-Gerrit Westhoff



PS.

Das Saisonfinale war die letzte offizielle Handlung von Hubertus Carl als Serienkoordinator. Ich möchte Ihm herzlich danken für all die Arbeit und auch Mühe, die er in Erfüllung dieser Aufgabe auf sich genommen hat. Speziell mir als Rookie hat er viele wertvolle Tipps gegeben – Danke, Hubertus, für alles!
Gleichzeitig wünsche ich Mario Neumann, unserem neuen Serienkoordinator, viel Glück bei der Übernahme dieser nicht einfachen Aufgabe. Mario hat mich und meinen hellblauen TR 3 von meinen ersten Schritten im Rennsport an betreut, auch dafür ein herzliches Dankeschön – jetzt hat er ja durch meinen Fahrzeugwechsel mehr Zeit für die neue Aufgabe und auch tatkräftige Unterstützung durch Heike.