Historic Zandvoort Trophy:     Rennbericht Nr.1 (von Mario Neumann)

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Historic Zandvoort Trophy:  15.-16. Mai 2010

Rennbericht von Mario Neumann - Triumph TR6, #92

 

Das Warten hatte endlich ein Ende!
Das erste Rennen der Triumph Competition & British GT in diesem Jahr auf dem Circuit in Zandvoort stand an… Und auch der Wettergott spielte mit: Blauer Himmel, etwas Wind und ca.15 Grad.

 

Ein wenig nervös war ich auf alle Fälle: Trotz des langen und kalten Winters war mir keine Zeit geblieben, meinen Triumph TR6, wie geplant, zu optimieren. Zwei Tage vor dem Rennen hatte ich es nur geschafft, meinem Racer neues Öl, Zündkerzen und Reifen zu spendieren bzw. die Technik grob durchzuschauen.  Auch ahnte ich Böses wegen der Lautstärkebegrenzung auf 90 db. Außerdem waren viele andere während der langen Winterpause wesentlich fleißiger als ich und hatten ihre Rennwagen  verbessert oder sogar komplett neu aufgebaut. Mein Kompliment an dieser Stelle gilt besonders Marcel van Mulders. Nach den Querelen im letzen Jahr hat er seinen Triumph TR3 nun dem Reglement entsprechend modifiziert und vorweg: Er war “trotzdem“  immer noch einer der schnellsten Fahrer an diesem Wochenende.

Das Starterfeld der Triumph Competition & British GT zusammen mit der MG Competitions ergab die stolze Zahl von 34 Fahrzeugen: Somit die größte Rennserie an diesem  Wochenende. Leistungsstarke Fahrzeuge wie ein Marcos 1800 GT (wohlgemerkt: betankt mit 106 Oktan Flugzeugbenzin !), ein TVR Griffith 200, zwei Morgan Plus 8 und auch der Lotus Elan mit Max Gerrit Westhoff am Steuer versprachen ein spannendes Rennen. Hinzu kamen natürlich auch noch die schnellen Fahrzeuge der Triumph und MG Competition.

 
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Hendrik Unland (in den letzten Jahren noch Triumph TR6) fuhr dieses Race erstmalig mit seinem Triumph TR8. Auch Niko Bakschies mit seinem komplett neu aufgebauten Triumph Spitfire will es 2010 wissen und ganz nach vorne fahren. Premiere feiern wollte auch einer unserer Rookies, Dr. Bernhard Bloemer, mit seinem MGB Roadster. Wie gesagt: Spannung pur!

 

Am Samstagvormittag war es dann soweit.
 Das erste Qualifying sollte zeigen, wie die Karten für das erste Rennen am späten Nachmittag  gemischt werden. Um unserem Anfänger Bernhard mit seinem MGB die  Strecke zu erklären, fuhr ich die ersten Runden mit geringem Tempo vor ihm. Anweisung: Bleib einfach hinter mir und präg dir möglichst viele Streckendetails ein! Nach ca. drei Runden setzte ich mich dann ab, um nach Möglichkeit meine schnellste Runde zu fahren. Leider musste ich nach dem Qualifying erfahren, dass der neu überholte Motor des MGB selbst dem geringen Tempo der ersten Runden nicht gewachsen war. Ein Motorschaden beendete dieses Wochenende vorzeitig. Enttäuschung und verständlicher Ärger bei Bernhard, der aber dennoch Größe bewies und nicht sofort packte, sondern die Triumph Competition das gesamte Wochenende als Zuschauer und Helfer begleitete.

 
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Meine Zeit reichte immerhin für Startposition 6 im ersten Rennen (Zeit 2:11). Die Pole-Position holte sich der Marcos 1800 GT (Zeit 2:06). Kleine Randnotiz: Während des Fahrens war mir zweimal die weiße Flagge mit dem roten Kreuz gezeigt worden. Meine Ahnung bezüglich der Lautstärke meines Triumph TR6 sollte sich also bewahrheiten. Zunächst dachte ich noch, es sei lediglich eine Verwarnung. Es war auch eine: Aber meine letzte! Falls ich während des Rennens (gemessen wurden 97db!) auch nur ein wenig lauter als erlaubt wäre, würde ich für das gesamte Wochenende disqualifiziert. Androhung: Sofort schwarze Flagge und Rennausschluss. Auch einigen anderen Fahrern, wie zum Beispiel Christian Marx mit seinem Triumph TR4, drohte das gleiche Schicksal.

 
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Bis zum ersten Rennen war also verschärftes Schrauben angesagt. Die Devise: So leise wie nur irgend möglich inklusive Psycho-Stress: Würde es im Rennen reichen oder gibt es eventuell Schwarz??? Kurz vor dem Rennen mussten u.a. Christian Marx, ich und auch Joe Kühne (seinem TR4 wurde eine Mängelrüge wegen “fliegender“ Motorhaube zuteil) bei der Rennleitung vorsprechen und unsere Verbesserungen benennen. Erst dann gab es die Freigabe für das erste Rennen.

 

Das erste Rennen:
Es sollte nicht leicht werden. Hubertus Carl mit seinem Morgan+8,  Ton Meier (MGA) und Teun Bleijenberg (MG B) vor mir. Hinter mir der schöne, leistungsstarke und leichte TVR Griffith 200 und der MGB GT V8 von Albert van der Wal direkt hinter mir. Auch Marcel von Mulders hatte sich im Qualifying bewiesen und war hinter dem Marcos auf Position zwei platziert.

Die rote Ampel ging aus!!! Ich erwischte einen schlechten Start und der TVR Griffith mit Han In´t Veld und auch Albert van der Wal mit seine MGB GT V8 zogen an mir vorbei. Beide so schnell, dass ich wie schon häufig zuvor dachte, ich sei an die Fahrbahn angeklebt. Der TVR war allerdings zu schnell: Er drehte sich in der ersten Kurve direkt ins Kiesbett und verlor Plätze. Ich bemühte mich nun um Schadensbegrenzung (Erleichterung: Keine schwarze Flagge!) und kämpfte mich Runde um Runde nach vorne. Am Ende langte es dann für Platz 4 gesamt. Vor mir auf Platz 1 der Marcos 1800 GT, auf Platz 2 Hubertus Carl im Morgan +8 und auf Platz 3 Marcel van Mulders im Triumph TR3.
Noch zu erwähnen: Nach dem Rennen wurde ich von den Rennveranstaltern tatsächlich gelobt: Das gesamte Rennen zwischen 88  und 89 db!!! Den Blumenstrauß für Heike (Voraussetzung mindestens Platz 3 gesamt) konnte ich leider nicht gewinnen. Unser Florist vor Ort wird sich also freuen…

Leider kann man während des Rennens nicht alle anderen Zwei,- Drei oder Mehrkämpfe verfolgen. Im Nachhinein erfuhr ich, dass es nicht nur an der Spitze sondern auch  rund um das Mittelfeld zur Sache gegangen war. Hendrik Unland  im TR8 (noch mit einem nicht wirklich perfekten Fahrwerk und zu schwachen Bremsen unterwegs) musste sich gegen die Austin Healeys 3000 und den Marcos GT mit Hubert Krämer behaupten. Am Ende dennoch für ihn Platz 16. Auch Detlef Walther (einer unserer Rookies aus 2009) fuhr verbissen mit seinem MGB GT in seinem nun dritten Rennen erfolgreich und ausbaufähig auf Platz 24. Max Gerrit Westhoff im Lotus Elan konnte seinen Platz 10 aus dem Qualifying behaupten, obwohl er und der mintgrüne Triumph TR4 von Sjaak St. Nicolaas ungewollten Reifenkontakt hatten. Hier leider mit Nachteil für Sjaak: Er musste leider mit defektem Reifen aufgeben. Auch Volker Mielcarek (Triumph TR4) warf in der 4. Runde “das Handtuch“, allerdings aus gesundheitlichen Gründen: “…mein Auto lief so gut wie nie zuvor, ist zum ersten Mal(!) nicht zu laut und ich muss aufhören...Frust!“.  Auch Niko Bakschies mit seinem Triumph Spitfire hatte Pech. Die Zylinderkopfdichtung seines Spitfires hatte ihren Geist aufgegeben und er musste bis spät abends bzw. bis kurz vor dem Qualifying II am Sonntagmorgen um 9 Uhr früh schrauben. Aber wo ein Weg ist, ist auch ein Wille.

 

Qualifying II am Sonntagmorgen um 9Uhr früh!
 Einige von uns, unter anderem ich, hatten sich am Samstagabend noch in Zandvoort zu einem netten Abend in einem Restaurant getroffen. Es wurden bis ca. Mitternacht noch viele Benzingespräche geführt. Auch das eine oder andere Glas Bier fand seinen Abnehmer. Dementsprechend fiel das Aufstehen am nächsten Morgen um 6:30 h schwer. Dennoch musste ich mich der erneuten Herausforderung stellen. Grundsätzlich positiv gestimmt fuhr ich das Qualifying und wurde wieder einmal von der Technik belehrt: Mein TR6 ließ sich nur widerwillig lenken und bremsen. Meine erfahrene Zeit von “nur 2:11“ und dem daraus resultierendem 11. Platz in der Startaufstellung für das zweite Rennen ließen vermuten: irgendwas stimmt hier nicht. Und tatsächlich: Mein Radlager vorne links hatte sich in Wohlgefallen aufgelöst. Hektisches Schrauben war angesagt, zumal das zweite Rennen bereits um 11:15 Uhr anstand!!! Die gefahrenen Ergebnisse meiner Mitstreiter verhießen nichts Gutes für mich. Die Pole-Position diesmal für  Marcel van Mulders Triumph TR3 mit einer überragenden Zeit von 2:05 (Chapeau!),  Platz 2 für den inzwischen berüchtigte Marcos 1800 GT und Platz 3 an Max-Gerrit Westhoff Lotus Elan, dicht gefolgt von den starken Morgans mit Hubertus Carl und Paul Conway. Weitere Hürden waren die starken MGs der MG Competitions.

Auch Christian Marx war inzwischen mit seinem revidiertem Motor zu guter Form aufgelaufen: Startplatz 9 für ihn.  

 
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Rennen zwei:

Wieder sprang die Ampel auf Rot, dann auf aus und…ich wollte es diesmal wirklich wissen. Mein Triumph TR6 ging wieder einmal hervorragend. Runde für Runde arbeitete ich mich vor und fand mich dann endlich hinter dem Lotus von Max-Gerrit Westhoff wieder. Dieser war  inzwischen von seiner zuvor optimalen Ausgangssituation auf Platz 6 abgedrängt worden. Nun wurde es wirklich eng. Stoßstange an Stoßstange. Keiner bereit, nachzugeben. Max-Gerrit hat sein fahrerisches Können in den letzten Jahren wirklich ausgebaut und sein neuer Racer beflügelt ihn geradezu. Dementsprechend brauchte ich ca. 3 Runden, um an ihm vorbeizukommen. Danach war mein Ziel Marcel van Mulders in seinem Triumph TR3, der von der Pole Position inzwischen auf Platz 4. “durchgereicht“ worden war. Ein Zeichen dafür, dass die Fahrer der Spitze sich nichts geschenkt hatten. Es gelang mir, endlich an Marcel vorbei zu schlüpfen, als wir während der Überrundung des Feldes an einem der Austin Healeys angelangt waren. Ich konnte einen Vorteil nutzen und Marcel musste wenige Sekunden warten, bis er vorbei war.  Allerdings konnte ich meinen Vorsprung ab hier halten und nahm nun Hubertus Carl in seinem Morgan +8, zwar entfernt aber dennoch einholbar, auf der Rennstrecke in Angriff. Leider wurde dann schon die schwarz-weiß-karierte Flagge geschwenkt und das Rennen war vorbei! Wieder Platz 4 (immerhin 2:06 Bestzeit) für mich gesamt und erneuter Gewinn für den Floristen in unserem Ort… Auch wenn ich wieder keinen Blumenstrauß für Heike gewinnen konnte, gibt mir meine Bestzeit immerhin theoretisch das Gefühl, auch in anderen Rennserien bestehen zu können. Parallel zur Triumph Competition & British GT ist an diesem Rennwochenende u.a. auch die sehr leistungsstarke Delta Lloyd GT gestartet. Auf Platz 1 hier ein Porsche Werksrennwagen (Typ 904) mit einem Profifahrer an Bord und einer Bestzeit von nur einer “hundertstel“ Sekunde besser als ich. Auf der Internetseite http://www.mylaps.com ist es möglich, die Zeiten aller gestarteten Rennserien einzusehen und zu vergleichen… Leicht lässt sich ausmachen, dass die Triumph Competition & British GT in Verbindung mit der MG Competitions keine Konkurrenz zu scheuen braucht. Wir sind wirklich eine leistungsstarke Rennserie mit einem solidem Reglement und einem, trotz der allgemein wirtschaftlich schlechten Lage, nach wie vor großem Starterfeld und einem stabilen Preisniveau.  Auch während dieses zweiten Rennens gab es natürlich viele spannende Kämpfe zwischen den anderen Fahrern. Ich hoffe, dass sich noch der ein oder andere Fahrer bereitfindet hierzu mehr zu schreiben. Ich für meinen Teil habe nun mein Bestes gegeben und schließe diesen Bericht mit einem ausdrücklichen Dank an Jo Willems vom Red Baron Racing Team. Er stand nicht nur mir (wieder einmal) sondern auch vielen anderen Fahrern mit Rat, Tat und Ersatzteilen zur Verfügung.

Für das ADAC Eifelrennen lädt er und die Triumph Competition & British GT übrigens alle Fahrer des TR Registers Deutschland e.V. und alle Triumph Enthusiasten aus Nord, Süd, Ost und West ein, bei netter Bewirtung (Kaffee/Kuchen etc. gratis), echte Race- und Schraubermentalität bzw. das freundschaftliche Miteinander direkt vor Ort in seinem Zelt  kennenzulernen bzw. zu genießen.  “All friends of Triumph & British GT Racing are welcome! “

 

Weiter freue ich mich auf alle anderen Fahrer, die zwar bereits genannt haben, aber ihre Fahrzeuge nicht rechtzeitig zu Zandvoort fertigstellen konnten. Auf dem 300km ADAC Eifelrennen werden wir mit einem Starterfeld von ca. 45 bis 50 Fahrern antreten, inklusive unserer englischen Gaststarter. Insgesamt werden ca. 150-170 Starter erwartet. Die Nordschleife wartet auf uns am 18.-20. Juni 2010 !!!

 

Viele Grüße sendet Euch allen

Euer Mario Neumann