ADAC Eifelrennen:     Der Rennbericht zum 300 km Eifelrennen

ADAC 300km Eifelrennen 2010

Rennbericht  aus der Sicht von Joe Kühne mit  Ergänzungen von Mario Neumann und Heike zu Klampen. Ein langes Rennen, ein langer Bericht!

 
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Es ging los in Richtung “Ring“, zum 300km ADAC Eifelrennen. Ich muss gestehen, mir war ein wenig mulmig zumute, denn ich hatte bis dato (im Gegensatz zu den meisten anderen Teilnehmern) noch nie einen Fuß bzw. Reifen auf die Nordschleife gesetzt. Die Grand Prix Strecke kenne ich zwar noch vom Saisonfinale 2009, aber die Nordschleife war absolutes Neuland… Aus diesem Grund, und weil das Rennen mit ca. 2,5 Stunden für einen Anfänger sehr anstrengend würde, habe ich dieses Rennen mit Fahrerwechsel geplant.

 
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Ich danke Klaus Derondeau, dem Motorenbauer meines Vertrauens, gutem Freund und Nordschleifen- Spezie, der sich glücklicherweise bereit erklärte, mich Greenhorn als Teampartner zu unterstützen. Die Gewissheit, ihn an meiner Seite zu haben, beruhigte mich ein wenig.

 

Die Anreise am Donnerstag war entspannt, bis es bei Ankunft am Ring regnete: In Strömen! Ich dachte, das kann doch nicht sein, irgendwie regnet es immer, wenn ich hier bin. Unbehagen kam wieder auf: Keine Streckenkenntnisse in der Grünen Hölle und dann auch noch Regen? Freudentaumel sieht anders aus.

Papier- und technische Abnahme waren schnell vollzogen, da der Ring bestmöglich auf den Ansturm der vielen Fahrer vorbereitet war. Im Fahrerlager wurde es dann allerdings recht eng. Ich fand dennoch ein Plätzchen und (na, klar: im Regen) wurden Pavillon (für meinen TR4) und das Zelt (für mich) aufgebaut .

 

Langsam wurde es voll. Volker Mielcarek wollte das Rennen nicht fahren, hatte sich aber bereit erklärt, den Platz-Sheriff zu spielen und somit alle Hände voll zu tun, den für die Triumph Competition reservierten Paddock zu verteidigen und zu verwalten. Alle Fahrer der Triumph Competition & British GT inklusive unseren Rennfreunden aus England, Holland und der Schweiz trafen nach und nach ein. Gesamt 43 Fahrer mit voller Ausrüstung.  Wiedersehensfreude und die ersten netten Gespräche fanden statt. An diesem Abend wurde ich fürstlich am Grill von Christof Forell bewirtet mit super Essen und kaltem Bier. Obwohl: Glühwein wäre bei diesem kaltnassen Wetter auch nicht schlecht gewesen. Christof Forell war besonders mutig und wild entschlossen, zusammen mit Michael Szczygiel  seinen erstklassig und frisch aufgebauten Triumph TR4  ausgerechnet auf der Nordschleife(!)  zum ersten Mal im Rennen zu erproben.  Lob für sein wirklich schönes Auto gab es verdientermaßen von allen Seiten. Ich ging früh ins Bett bzw. Zelt, denn die Fahrerbesprechung war bereits für 8Uhr MORGENS  angesetzt. Das erste Qualifying für 9:35 Uhr. Rechtzeitig um 7 Uhr traf auch mein Team (Michael Haar, Lars und Klaus Derondeau) ein. Es konnte endlich losgehen.

 

 
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Die Spannung stieg: Um 9 Uhr Vorstartaufstellung. Ich wollte im Q1 die zweite Hälfte fahren. Klaus Derondeau war bereits aufgestellt. Ich hatte also noch ein wenig Zeit und wooow!... ich habe noch nie so viele Rennwagen auf einem Fleck bzw. auf einer Rennstrecke gesehen, die auf die fast 25 km lange Strecke starten wollten. 185 Fahrzeuge gesamt. Unzählige Porsche (vom 912, 914 bis zu superschnellen 911RSR), BMWs vom 2002 bis hin zum M1 - ich glaube, fast die ganze Produktpalette von Alfa bis VW Derby und Käfer neben Jaguar, MG und Triumph. Und ich und die anderen Fahrer der Triumph Competition mitten drin! Was für ein Motorenorchester, was für eine Atmosphäre, was für ein Spektakel. Wäre ich nicht so nervös gewesen, ich hätte es noch viel mehr genießen können.

 

Das Q1 lief, Klaus drehte zwei Runden und gab dann an mich ab. Lars und Michael zurrten mich fest, Freigabe und dann ab! Die Nervosität war wie weggeblasen und freudige Konzentration machte sich breit. Ich unterwegs in meinem TR4 auf der Nordschleife. Klasse!!! Doch die Freude währte nicht lange. Irgendwie fühlte sich das Auto merkwürdig an. Kaum Gefühl beim Lenken, beim Anbremsen im Adenauer Forst merkte ich trotz Bremsdruck kaum Bremswirkung. Bei der Durchfahrt im Karussell und Schwalbenschwanz sprang der TR4 wie ein verrücktes Känguru… Was war  los? Ich fuhr dann nach immerhin einer Runde raus und wir begannen im Paddock vereint mit der Suche nach den Gründen. Diese wurden dann auch ausgemacht und Michael und Lars behoben die Probleme im Eiltempo. GR8 Job!

 

Andere Fahrer hatten nach der ersten Practice auch mit  Problemen zu kämpfen. Besonders Ulrich Kuhn hatte es erwischt. Erst letztes Jahr auf der Nordschleife mit großem Schaden an seinem MG A ausgeschieden, erwischte es ihn auch diesmal wieder. Irgendwie scheinen die Leitplanken auf ihn und seinen MG-A magische Anziehungskräfte auszuüben... Der Schaden war zwar diesmal nicht so schlimm, ihm zum Glück nichts passiert, dennoch  packte er bereits am Freitag seine Sachen, um schnellstens mit der Reparatur beginnen zu können. O-Ton: “In Assen fahr ich auf alle Fälle!“

 

 
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Pech hatte auch Mario Neumann mit seinem Triumph TR6. Er musste sich bei Breitscheid raus schleppen lassen und wurde von einem freundlichen ADAC Abschleppdienst im Fahrerlager angeliefert ( Mario : „Für irgendwas muss die Goldmitgliedschaft ja gut sein!“). Sein 6er ging während der Fahrt einfach aus. Fehlersuche und Ergebnis: Nockenwelle gebrochen. Mario ließ sich aber nicht erschüttern und schraubte sich unter ehrfürchtigem Staunen aller wieder bis zu einem laufenden Motor durch. Trotz aller Mühe: Motor lief zwar wieder: aber ein “ Klacker-Geräusch“ und schlechter Öldruck veranlassten ihn, das Rennen nicht anzutreten. Die Lagerschalen etc. hatten vermutlich auch was abgekriegt…  Einen totalen Motorschaden wollte er verständlicherweise nicht riskieren.

 

Gesamt lässt sich sagen, dass nach dem Q1 viele am Schrauben und Nachbessern waren. Alle trugen Sorge für den nächsten Tag und den zweiten Trainingslauf. Dieser startete dann am Samstag und ich und Klaus hatten den gleichen Plan wie am Freitag. Erst der Klaus, dann ich.  Ich wurde beim Wechsel “artgerecht verzurrt“ und ab auf die Bahn. Mit einem Unterschied: Mein 4er ging “saumäßig“ gut. Kein Vergleich zu Freitag. Ich hatte großen Spaß, mich mit einem Alfa “rumzustreiten“ und dann – durch blaue Flaggen angeraten - musste der Alfa mich überholen lassen! Obwohl es schon wieder zu nieseln begann, fing ich an, ohne großartig zu pushen oder ans Limit zu müssen, meinen Rhythmus zu entwickeln. Einfach nur schön!

 

 

Hier nun einige Ergebnisse aus den zwei Qualifyings. Das Gesamtergebnis ergab die Aufstellung für das Rennen. 13:04 Minuten war mein Resultat. Natürlich nicht vergleichbar mit der wesentlich besseren Zeit von Klaus Derondeau (11:46) oder gar Christian Marx (TR4) mit einer 11:10! Christian Marx war übrigens an dieser Stelle bei der TC gesamt auf Platz zwei, direkt hinter dem wirklich starken Team Truelove/Dodd (UK) mit einem superschnellen TVR Griffith (10:54) auf Platz Eins. Nach Chris, an dritter Stelle, folgte das Team  Schamschula/Schellong im Triumph TR6 (11:15) und direkt dahinter der hubraumstarke Triumph TR7 V8, pilotiert von Mark Richards ( UK) mit einer Zeit von 11.22 . Auch das Team  Sint Nicolaas/Vermast (TR4) auf Platz 5. und Marcel von Mulders (TR3) auf Platz 6, ließen ein spannendes Rennen am Sonntag erwarten. Ich und Klaus würden in unserer Gruppe von Platz 12 starten, also im vorderen Drittel. Gerüchte machten die Runde. Erstens: Nach langer Zeit sollten für die ersten drei gesamt wieder Siegerkränze ausgegeben werden und so einen wollte jeder gerne haben... Und zweitens der Wetterdienst hatte Regen (was auch sonst) für das Rennen am Sonntag angesagt.

 

Alle hatten natürlich ihr persönliches Erlebnis bei diesem zweiten Test. Unter anderem Stefan Klemm, (ursprünglich mit seinem Triumph GT6 angetreten und nach Q1 noch gesamt auf Platz 7 der TC)  hatte Getriebeprobleme und schloss sich spontan mit Hendrik Unland und dessen Triumph TR8 ab dem zweiten Practice und für das Rennen zusammen. Im Team wollten sie stark sein. Nach dem Q2 war der sonst eher an spartanische Autos gewöhnte Stefan vom Fahrverhalten des Triumph TR8 absolut begeistert. Fazit Stefan:  “ Also, ich würd den so lassen…da funktionieren ja sogar die Scheibenwischer! Nur bei den Bremsen sollte was gemacht werden, der schiebt ja durch sein Gewicht alles von der Bahn, wenn man mit so mickrigen Bremsen fährt!“. 

 

Auch das Team des mit mir im Jahr 2009 als Rookie angetreten Detlef Walter (MGB GT)  und seinem Partner Frank Lode (normalerweise kundig unterwegs in einem Race-Skoda)  war auch erstmalig auf der Nordschleife unterwegs. Beide rätselten noch bis kurz vor dem Rennen: “Das  geht ja überhaupt nicht. Was kam noch mal nach der und der Kurve? Geradeaus oder rum? Wenn ja, wie rum? Bremsen oder nicht? Wie soll man sich das merken? Und die anderen sind so schnell!“ Strategien wurden bis spät in den Abend aufgestellt und auch wieder verworfen… Und der Sonntag nahte unabwendbar. Der Countdown lief.

  

 Am Abend vor dem Rennen machten ich und meine Crew uns dann unter anderem im Zelt des Red Baron Teams gesellig. An dieser Stelle auch noch Dank an Jo Willems, der nicht nur uns und seinen Fahrer mit zahlreichen Tipps, Tricks, Hilfe und Ersatzteilen unter die Arme griff, sondern auch viele Fahrer der GLP des TR-Register Deutschland e.V. und vielen anderen TR-Fahrern am gesamten Wochenende mit Kaffee und Kuchen versorgte. Nebenbei reparierte er auch noch den einen oder anderen Triumph von den GLP-Startern: Also absoluter Rund-Um-Service! Danach ging es wie schon die letzten Nächte ins Zelt. Die Nacht war der Horror. Kalt und feucht. Ich war glücklich, als es endlich hell wurde. Blick nach draußen: Regen  und Nebel! Wie prognostiziert, stand also ein Regenrennen an.

 
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Das Rennen: Wie gehabt. Klaus zuerst. Nicht wirklich uneigennützig hegte ich die Hoffnung, dass nach den für Klaus geplanten Runden und dem Boxenstopp mit Tanken, der Regen vielleicht ein wenig nachließ und ich bei abgetrockneter Piste meinen Beitrag leisten könnte. Eigentlich wollte ich ja noch schnell auf die Toilette (ich schwöre: nur bei Rennen habe ich eine Konfirmandenblase!), beschloss aber die erste Runde an der Boxenmauer abzuwarten, um Klaus vorbeiziehen zu sehen. Leider fuhr er nicht vorbei, sondern überraschend in die Boxengasse ein: Die Strecke war zu schmal geworden, die Leitplanken viel zu  nahe…. kein schlimmer Schaden, aber an Weiterfahren war nicht zu denken. Egal: That´s racing!!!

 
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Während des Rennens wurde die Boxengasse fleißig genutzt. Ein Pflichtstopp war vorgeschrieben, ob mit oder ohne Tanken, der Fahrer musste auf jeden Fall einmal aus- und wieder einsteigen. Eifrig wurden von den Helfern der Organisation Protokolle über erfolgte Stopps, Tanken und Fahrerwechsel abgezeichnet. Einen perfekten Stopp legte u.a. Nico Bakschies mit seinem Spitfire hin. So schnell wie sein Team war kaum ein anderes. Allerdings musste Niko sich eine Runde vor Ende selbst das Aus anordnen. Irgendwie machte der Motor komische Geräusche, und auch er wollte keinen Motorschaden riskieren. Dies kostete ihn dann letztlich seine Klassenplatzierung mit Pokal.  Die Wechsel bei den Teams Schamschula/Schellong und  Unland/Klemm gingen ohne große Probleme von statten. Viel zu tun hatte auch das Red Baron Team und versorgte fast ohne Problem u.a. den Triumph TR3 mit Marcel van Mulders, den Triumph TR7 V8 mit Mark Richards, den Triumph TR4 von Sjaak Sint Nicolaas/Philippe Vermast und den MGB von Bernhard Blömer.  Einzig der TR4 von Christian Marx wollte partout nicht so wie sein Fahrer. Zündaussetzer zwangen Christian wiederholt und zu lange in die Gasse und somit verlor er leider seine zweite Position innerhalb der Triumph Competition Wertung. Dennoch, er gab nicht auf und kämpfte tapfer weiter. In seiner Klasse erstritt er immerhin noch Platz 3 und somit einen Pokal. Kopf hoch Chris, im nächsten Jahr gibt es einen Siegerkranz!

 

Szenen einer Ehe spielten sich bei Gerold Schmitt (MGB) und seiner besseren Hälfte Geli ab. Gerold verschwitzte die abgesprochene Runde zum Boxenstopp, weil er sich verzählt hatte und stürzte Geli in Verzweiflung: “Immer ist der zu spät. Der Gerold muss jetzt rein zum Tanken, sonst bleibt er auf der Streck´ noch liegen!“. Na, ja ist gerade nochmal gut gegangen und Gerold sah trotz ungewolltem Blechkontakt mit einem Alfa die Start/Ziel Flagge…  

 

Auch Albert van der Wal im MGB GT V8 hatte einen leichten Einschlag. Während des Aufenthalts in der Boxengasse wurde schnell ein neuer Reifen organisiert, aufgezogen und weiter ging es… Auch Forell/Szczygiel schlossen erfolgreich ab, wenn auch mit einem kleinen Schaden am frischlackierten Kotflügel vorne links. Besonders glücklich und erleichtert zeigte sich Bernhard Blömer im MGB. Er hatte sein erstes Rennen auf der Nordschleife mit Bravour und ohne Schaden erledigt. Nach dem Rennen noch immer fassungslos über sein weitgehend problemloses Durchkommen (“Ich hatte nur einen einzigen Dreher ins Kiesbett!“), konnte er erleichtert das Sprichwort unterschreiben: “Ein Mann muss ein Haus bauen, ein Kind zeugen, einen Baum pflanzen und mindestens einmal die Nordschleife fahren! “ Gilt natürlich anders formuliert auch für Frauen.

 
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Derweil kämpfte Marcel van Mulders verbissen um einen der ersten Plätze gesamt.  Dies sollte ihm am Ende auch gelingen und er hielt die Flagge für die Triumph Competition mit seinem furios ausgefahrenen Gesamtplatz 3 hoch. Vor ihm nur die  Mitstreiter aus United Kingdom, dem Team Truelove/Dodd uneinholbar im TVR Griffith auf Platz 1 und Mark Richards im TR7 V8 auf Platz 2.

 

 Die Siegerkränze in Gold, Silber und Bronze hatten also würdige Abnehmer gefunden.

 

In den Klassen ging jeweils der erste Platz bzw. Pokal an:

Klasse A: Nicholas Olson (UK) Lotus Esprit S3

Klasse B: Paul Plant (UK) Alfa Romeo Sud

Klasse C: Ben Deviliee (NL) MG A

Klasse D:  Jacco Valentjin (NL) MGB GT

Klasse E: Marcel van Mulders (B) Triumph TR3

Klasse F: Schamschula/Schellong (D) Triumph TR6

Klasse G: Unland/Klemm (D) Triumph TR8

Klasse H: Truelove/Dodd (UK) TVR Griffith

 

Alle Ergebnisse lassen sich auf unserer Website: www.triumph-competition.de noch einmal einsehen.

 

Auch wenn Ihr in diesem Rennbericht namentlich nicht genannt sein solltet:

Ihr alle habt dieses Rennen zu einem echten Erfolg gemacht!

Dieses Erlebnis kann mir/ Euch/ uns niemand mehr wegnehmen.

 

Trotz Wetter (oder gerade deswegen?), war es ein tolles Rennen in und mit einer super Gemeinschaft. Hoffentlich sehen wir uns nächstes Jahr an gleicher Stelle wieder. Schön wäre allerdings ohne Friesennerz, Gummistiefel und Schlauchboot und in einem trockenen Zelt.

 

Eurer Joe Kühne

Eure Heike zu Klampen

Euer  Mario Neumann