Summer Classic 1h Rennen: Rennbericht
Spa Summer Classic 3. - 5. Juli 2009
(Rennbericht: Hubertus Carl und Volker Mielcarek)
Zuerst einmal zum Wetter: Bis auf einen kleinen Schauer im Training nur Sonne und schon fast zu warm. Nachdem die erste Hürde, nämlich die strenge technische Abnahme, überwunden war, nahmen am Freitagmittag 53 Autos die schöne Ardennenachterbahn zum Zeittraining unter die Räder.
Danach gab es eine Überraschung: Der hellblaue Triumph TR3 von Max-Gerrit Westhoff hatte mit 3:07 die schnellste Zeit der TR- und MG-Competition-Serienfahrer in den Asphalt gebrannt: Allerdings war diese Zeit nicht von Max-Gerrit, sondern von seinem zweiten Fahrer, Marc Basseng, realisiert worden. Es ist schon erstaunlich, wie schnell ein Rennsportprofi mit einem ihm bis dahin völlig unbekannten, 50 Jahre alten Auto zurecht kommt!
Das Einstundenrennen am Samstag wurde fliegend gestartet. Auf den vorderen Startplätzen des Gesamtfeldes tummelten sich die schnellen V8-Boliden (Chevrolet Corvette und Camaro, Triumph TR7-V8), dahinter die kleinen und leichten Lotus Elan und Super Seven; ab dem 10. Startplatz waren die Triumph-Competition-Fahrer zu finden.
Nach der Startfreigabe konnte sich Hubertus Carl, Morgan +8, den vor ihm fahrenden Max-Gerrit Westhoff, Triumph TR3, schnappen, wurde aber von einem Ford-Mustang in der Anfahrt auf die Eau Rouge ausbeschleunigt und durfte sich eine Runde lang einen in jeder Kurve querstehenden Mustang von hinten anschauen. Erst in der zweiten Runde konnte Hubertus in der La Source innen durchschlüpfen und sich absetzen.
Ein beeindruckendes Rennen bot wieder einmal der Triumph TR4 mit seinem Fahrer Timm Meinrenken, der gestartet von Platz 25 (eigentlich sogar von Platz 29, da er die beiden roten Triumph TR4 von Chris Marx und Volker Mielcarek verwechselt hatte) schließlich auf dem 9. Platz des Gesamtfeldes, noch vor Hubertus Carl (Morgan +8) und dem flinken Marcel von Mulders (Triumph TR3), finishte. Dazu beigetragen hatte nicht nur fahrerische Performance, sondern auch ein absolut professionell durchgeführter Boxenstopp…der schnellste im gesamten Fahrerfeld.
Weniger erfolgreich war diesmal Chris Marx in seinem roten Triumph TR4, der sein Auto in der 9. Runde wegen einer gebrochenen Achswelle am Streckenrand parken mußte. Sein Lieblingskonkurrent in der Triumph-TR-Riege, Volker Mielcarek, konnte davon profitieren und trotz völlig verbaseltem Zwischenstopp und heftiger Schrecksekunde, als sich nach der Ziel-Schikane ein Sunbeam Tiger direkt vor seinem Kühlergrill drehte (Volker: „Ich dachte, das wärs jetzt mit der Saison…“), zumindest den dritten Klassenplatz hinter Marcel von Mulders und Timm Meinrenken als Klassensieger verbuchen.
Der erwartetete Showdown durch den Westhoff-TR3 mit Marc Basseng am Steuer fiel leider aus: Wieder rechtfertigte Spa hier seinen eisenfressenden Ruf: Erneuter Achsbruch an Gerrits Triumph TR3 mit einigen teuren Folgeschäden wegen der Energieumsetzung im Reifenstapel. Dennoch hatte er vorher mit einer Zeit von 3:05 eine für ein solches Auto wirklich enorme Zeit vorgelegt…immerhin 3 Sekunden schneller als der ebenfalls nicht gerade langsame Marcel van Mulders (Triumph TR3). Glücklicherweise konnte Marc Basseng, wie auch vorher Christian Marx, unbeschadet dem beschädigten Auto entsteigen.
Auch Mario Neumann, der seinen gelb-orangenen Triumph TR6 eigentlich ganz vorne über die Ziellinie treiben wollte, beendete das Rennen vorzeitig fliegend in luftiger Höhe…allerdings am Haken eines Bergungsfahrzeuges wegen eines völlig aufgelösten Vorderradlagers.
Ganz zufrieden waren unserer Schweizer Gäste Ernst Sutter auf MGB-GT-V8 und Herby Senn mit seinem immer schneller werdenden Triumph Spitfire auf Platz 12 und 14 der Triumph/MG-Gruppe dieses zusammen mit den britischen „Swinging Sixties“ durchgeführten Rennens, wohingegen Hubert Krämer an seinem silbernen Marcos GT, nach dem Kupplungsdefekt in Hockenheim, diesmal einen totalen Getriebeschaden verzeichnen mußte.
Immerhin wußte Hubert genau, weshalb sein Auto stehen geblieben ist, etwas, worüber unser Spitfirefahrer Reinald Kirchner schon seit Monaten rätselt: Wieder einmal brannte seine Zylinderkopfdichtung in kürzester Zeit schon während des Qualifyings durch …schade, denn die gemessene Leistung seines Autos könnte schon für einige Unruhe im Feld der Triumph Competition / MG-Competitions - Rennautos sorgen.
Nicht so ganz zufrieden dürfte wohl Willem de Vries in seinem schönen Triumph Dolomite Sprint mit dem Rennverlauf gewesen sein, da er von seinem Klassenkonkurrenten Gerald Schmitt im MGB doch recht deutlich geschlagen worden ist. Erstaunlich ist immer wieder die Leistung der in der Triumph Competition fahrenden Austin Healey 3000, in diesem Fall der gelbe von C. Visser auf Platz 11 der Triumph/MG-Competition-Wertung, da diese Autos generell auf historischen Dunlop-Pneus bewegt werden, die bekannterweise den in der Regel verwendeten moderneren Reifen, wie z.B. dem Yokohama A048, sehr deutlich unterlegen sind.
Der Pflichtboxenstopp, der zwischen der 20. und 40. Rennminute durchgeführt werden mußte, wirbelte erwartungsgemäß die Positionen vieler Fahrer deutlich durcheinander, wenn man beobachtet, dass die Stopp-Rundenzeit zwischen den Extremen von 3:44 min und 6:00 min gemessen wurden, wobei der Mittelwert einer noch schnellen Stopprunde bei 4:15 min liegen dürfte. Hier tauchte dann auch die Frage auf, ob man nicht demnächst nicht wieder dazu übergehen sollte, den Pflichtstopp bei solchen Rennen auf z.B. eine oder zwei Minuten nach Motor-Aus für alle gleichermaßen festzulegen. Dies würde das Rennen in vielen Fällen wieder mehr von der Boxengasse auf die Strecke verlegen.
Insgesamt war dieses Rennen im Rahmen der Spa-Summer-Classic wieder einmal ein sehr spannender und ereignisreicher Wettbewerb …und als „kleines“ Langstreckenrennen für einige Fahrer darüberhinaus ein „Training“ für das kommenden 300 km(!)-ADAC-Eifel Rennen auf der Nordschleife.
Noch einmal herzlichen Glückwunsch an die Triumph/MG-Competition-Gesamtsieger in der Spa-Summer-Classic 2009:
1. Graham Miller TR7-V8
2. Conway/Mercer Morgan +8
3. Timm Meinrenken TR4


